Laborkomplex Hochspannungstechnik

Das Hochspannungslabor der Fakultät Elektrotechnik und Informatik an der Hochschule Zittau/Görlitz blickt auf eine jahrzehntelange Tradition in der Erforschung von Hochspannungsisolierungen zurück. Hier werden grundlegende und anwendungsorientierte Untersuchungen zu Werkstoffen, Grenzflächen und technischer Diagnostik durchgeführt. Das Labor ist eine zentrale Säule der Forschung und Lehre im Bereich der Hochspannungstechnik und bietet Studierenden, Wissenschaftlern und Industriepartnern eine moderne und vielseitige Infrastruktur für innovative Projekte und praxisnahe Ausbildung.

Schwerpunkte und Ausstattung

Zur Bearbeitung der vielfältigen Schwerpunktthemen stehen dem Fachgebiet Hochspannungstechnik / Werkstoffe der Elektrotechnik / Theoretische Elektrotechnik verschiedene spezialisierte Laboratorien und Messeinrichtungen zur Verfügung:

  • Werkstoffe:
    • Ermittlung elektrischer Kennwerte
    • Alterungsprüfstände
    • dielektrische Spektroskopie
    • werkstoffanalytische Verfahren
  • Grenzflächen:
    • Hydrophobiebeständigkeit und -wiederkehr
    • Kriechstrom- und Erosionsbeständigkeit
    • Fremdschichtüberschlagsverhalten und deren Einflussparameter
    • beschleunigte multidimensionale Alterung äußerer Grenzflächen
  • Technische Diagnostik:
    • Erfassung hochfrequenter Strom- und Spannungssignale
    • Analyse transienter elektrischer Feldverteilungen
    • Ermittlung von Raumladungen und Strömen in Werkstoffen und deren signaltheoretische Auswertungen

Moderne Infrastruktur für Forschung und Praxis

Kontinuierliche Investitionen in die laborative Basis sind essenziell, um die Forschungsaktivitäten zu unterstützen und die Ausbildungsbedingungen für Studierende und Mitarbeitende stetig zu verbessern. So wurde im Kellergeschoss des Hauses Z V ein Technikum eingerichtet, in dem unter anderem Silikonproben hergestellt und Füllstoffe – auch Mikro- und Nanofüllstoffe – verarbeitet werden können.

Zur optischen Bewertung von Versuchsobjekten steht ein hochauflösendes Mikroskop der Firma Keyence (Modell VHX-950F) mit automatisierter z-Achse zur Verfügung. Dieses ermöglicht nicht nur tiefenscharfe optische Aufnahmen, sondern auch die automatische Ermittlung von Tiefe und Volumina zur präzisen und effizienten Analyse und Dokumentation von Materialeigenschaften.

Im Rahmen der Sanierung des Hauses ZI wurden zudem zwei teilweise klimatisierte Laboratorien eingerichtet. Diese bieten optimale Bedingungen für Material- und Hydrophobieuntersuchungen und sorgen für eine reproduzierbare Messumgebung – eine wichtige Voraussetzung für verlässliche Forschungsergebnisse.

Praxisnahe Ausbildung und Industriekooperationen

Das Hochspannungslabor ist nicht nur ein Ort für Spitzenforschung, sondern auch ein zentraler Bestandteil der praxisorientierten Ausbildung unserer Studierenden. Durch die enge Verzahnung von Lehre und Forschung erhalten sie Einblicke in aktuelle Fragestellungen der Hochspannungstechnik und können ihr theoretisches Wissen in realen Versuchsaufbauten anwenden.

Darüber hinaus bietet das Labor Unternehmen die Möglichkeit, gemeinsam mit uns an innovativen Lösungen für die Herausforderungen der Hochspannungstechnik zu arbeiten. Ob Materialentwicklung, Diagnostik oder Alterungsuntersuchungen – wir unterstützen Sie mit unserer Expertise und moderner Infrastruktur.

Foto: Prof. Dr. techn. Stefan Kornhuber
Ihr Ansprechpartner
Prof. Dr. techn.
Stefan Kornhuber
Fakultät Elektrotechnik und Informatik
02763 Zittau
Hochwaldstraße 2a
Gebäude Z V, Raum 117
1. Obergeschoss
+49 3583 612-4365